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500 Stunden freiwillige Arbeit auf der Flittneralm

May 25, 2019

Der erste große Freiwilligeneinsatz der 'Schule der Alm im Valsertal' war ein enormer Erfolg. Knapp 30 Menschen halfen 2 Wochen lang mit, die verheerenden Schäden mehrerer Lawinen auf der Flittneralm im Inneren Valsertal zu beseitigen bzw. einzugrenzen. Den Teilnehmer_innen sind wir zu großem Dank verpflichtet.

 

Das Almhaus 'Holzmann' auf der Flittneralm war 2 Wochen lang "Basislager Wohnen" für die Freiwilligen. 

 

 

„Ich will heute gar nicht über Projekte reden, denn unsere Alm wurde von zig Lawinen verschüttet.“ Hans „Joosn“ Holzmann, Bergbauer und Mitglied der Almgemeinschaft Flittneralm schilderte mir Ende März in dramatischen Worten die Lage ‚seiner‘ Alm. Und das just als ich wissen wollte, was wir im Rahmen der Schule der Alm im Valsertal im Sommer für ihn tun könnten. Uns vom Vorstand der Schule der Alm war klar: wir mussten sofort etwas für Hans tun.

 

 So sah es im März aus. Die größte der zahlreichen Lawinen hatte 'einen halben Wald' mitgerissen. Die 5 Almbauern der Flittneralm fürchteten um den Fortbestand ihrer Alm.

 

 

Wir einigten uns darauf einen Newsletter zu versenden und Absolvent_innen wie auch Fans der Schule der Alm im Valsertal zu bewegen, bei den Lawinen-Aufräumearbeiten mit zu helfen. Und zwar zwischen dem 1. und 20. Mai. Dann plante ich den Einsatz in Social Media, vor allem auf Facebook. Das Echo darauf war unerwartet groß. Innerhalb weniger Tage konnten wir uns über die Anmeldungen von rund 30 Freiwilligen freuen. Die Länge der Hilfseinsätze bewegte sich zwischen zwei Tagen und knapp einer Woche. Der Start war mit dem 1. Mai fixiert.

 

30 cm Neuschnee am 1. Mai

 

Allein, der Schnee machte uns von Anfang an einen Strich durch die Rechnung. Knapp 30 cm Neuschnee am 1. Mai zwangen uns, den Beginn auf den 6. Mai zu verschieben. Aber auch am 6. Mai fiel Schnee, dieses Mal rund 20 cm, sodass wir erst am 7.5. konkret beginnen konnten, die Lawinenschäden zu beseitigen.

 

An Räumarbeiten war am 6. Mai noch nicht zu denken. Aber am nächsten Tag ging's los. 

 

Schnee konnte die Freiwilligen Helfer_innen nämlich ganz und gar nicht abhalten, die Räumarbeiten aufzunehmen.

 

Auch Maxi beteiligte sich im steilen Hang an den Räumarbeiten.

 

 

Dann aber ging’s Schlag auf Schlag. Vor allem Schüler_innen der Schule der Alm aus Deutschland ließen es sich nicht nehmen, beim ‚ramen‘ (räumen), wie das Aufräumen der Almen im Valsertal genannt wird, mitzuhelfen. Denn zu tun gab’s mehr als genug.

 

Mehrere Lawinen donnerten im Winter zu Tal, darunter auch Staublawinen. Die Druckwelle dieser Lawinenart entwurzelt bekanntlich Bäume und „atomisiert“ deren Zweige, die die Lawine in einer Druckwelle vor sich her schiebt und auf einer großen Fläche verstreut. Und genau das war die erste Tätigkeit der Freiwilligen Helfer_innen: das Zusammenkehren von Zweigen, damit die Kühe an das Gras gelangen können. Wenn Zweige herumliegen rühren die Tiere auch das Gras nicht an, was für eine Alm untragbar wäre. „Die fressen ja kein Holz“, bemerkt Joosn Hans lachend. 

Beim Räumen kam auch "schweres Gerät" zum Einsatz. Wie der Schlepper vom Joosn-Hans. 

 

 

Heublumen sähen

 

Auch das Entfernen von Gestein aus den Lawinenbahnen erfordert Zeit und Kraft. Wenn aber anschließend die Wunden, die sich die Natur zugefügt hat, wieder verschlossen und Heublumen gesät sind, keimt auch Hoffnung auf eine Wiederherstellung der Almweiden. 

 

Ich möchte an dieser Stelle den Bezirksblättern Wipptal, vor allem aber Tamara Kainz danken, die unsere Hilfsaktion vorstellte und begleitete. Damit gesellten sich zu den Anmeldungen vor allem aus Deutschland auch solche aus dem Wipptal. 

 

Ein Teil der größten Zerstörungen des Almbodens wurde von Steinen gesäubert. Der Hang wird mit  Heublumen eingesät - das sind die Samen des 2. Heuschnittes am Bergmahd. In der Hoffnung, dass schon bald wieder Gräser, Kräuter und Blumen sprießen.  

 

Das Video vermittelt einen kleinen Eindruck von 'Klein-Sibirien' Anfang Mai im Inneren Valsertal.

 

Die Bilanz

 

Die Freiwilligen arbeiteten insgesamt 79 sogenannte ‚Manntage‘ sechs Stunden am Tag. Und das ergibt die stolze Summe von 474 Stunden freiwilliger Arbeit von Menschen, die der Schule der Alm im Valsertal nahe stehen. Interessant ist auch, dass 10 der insgesamt 20 Helfer_innen aus Deutschland anreisten, davon sechs sogar aus Berlin! 

 

Helferinnen und Helfer posieren für ein Gruppenbild. Die drei Frauen am Bild kommen übrigens aus Deutschland, zwei davon sind eigens mit dem Zug aus Berlin angereist. Hut ab! 

 

Die Freiwilligen Helfer_innen (4 aus Berlin, 2 Aus Bayern und 2 aus Wien) posieren hier mit Helga Hager (2. v. r), Susanne Scheid (Helferin auf Helgas Alm, 3. v.l.) und mir vor dem Selbstauslöser.

 

 

Die Helfer_innen werkten mindestens sechs Stunden täglich gegen Kost und Logis. Monika und Hans Holzmann stellten ihr Almhaus, ihre „Kaser“ als Aufenthalts- und Schlafort der Teilnehmer_innen zur Verfügung. Während Marisa Gatt in ihrer „Touristenrast“ groß aufkochte und die Freiwilligen Helfer_innen nicht nur einmal zu einem Schnalzen ihrer Zungen brachte. Dafür gebührt beiden Familien Dank und Anerkennung.

 

Das 'Basislager Essen' auf der Flittneralm, das Traditionsgasthaus "Touristenrast"

 

 

Freiwilligeneinsätze werden fortgeführt

 

Es ist ja unser erklärtes Vereinsziel, mitzuhelfen, Bergmähder und Almen im Valsertal zu erhalten. Diese Hilfsaktion hat ein erstes Mal in großem Umfang gezeigt, dass wir diese, unsere Idee in die Tat umsetzen können. Und: Es sind Aktionen wie diese, die den grundsätzlichen Glauben an die Hilfsbereitschaft von Menschen wieder herstellen. 

 

In Zukunft planen wir von der „Schule der Alm“ die Freiwilligenarbeit in einen Urlaub ‚zu verpacken‘. „Sinnvoller Urlaub im Bergsteigerdorf“ ist der Arbeitstitel. Details müssen wir noch ausarbeiten und werden sie im Herbst hier präsentieren. Also: bitte diesen NEWSLETTER abonnieren.

 

Für den selbstlosen Freiwilligeneinsatz bedanken und verneigen wir uns vor den freiwilligen Helfer_innen, die zwischen dem 6. und 20. Mai auf der Flittneralm mitgeholfen haben, die gröbsten Lawinenschäden zu beseitigen. Wir tun das auch im Namen der Almgemeinschaft Flittneralm, insbesonders der Familien Monika und Hans Holzmann und Marisa und Stefan Gatt:

 

Georg, Gabriele, Norbert, Susanne, Martin, Katharina, Gerhard, Ernst, Karin, Anita, Maria-Anna, Thekla, Anika, Verena, Bernhard, Hanna, Hannes, Volkmar, Barbara, Andrea, Sepp, Klaus, Andy, Micha, Louisa, Hans, Sigi und Werner.

 

 

 

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