top of page

Unsere Geschichte

📅 Gründungsjahr: 2016

👍 mehr als 650 Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer in den ersten zehn Jahren (Stand Herbst 2025)

🤝 rund 80–90 Mitglieder (Stand 2025)

Wir erzählen hier etwas über die Geschichte unserer Schule der Alm: von der Idee 💡 über die Gründung am Küchentisch 👍 und die ersten Erfolge (und Herausforderungen) bis hin zum wertvollen Netzwerk 🕸️, das über die Jahre entstanden ist. Und ein bisschen Romantik ❤️ ist auch dabei.

Wie alles begann

Die Geschichte des Vereins Schule der Alm geht auf eine Begegnung von Werner Kräutler mit Helga Hager zurück. Als Werner Kräutler im Jahr 2015 zum ersten Mal ins Valsertal kam, war er „erstaunt …, in der Tourismushochburg Tirol ein Tal zu finden, das vom modernen Massen-Tourismus noch nicht ‚versaut‘ ist“, wie er später in der ersten Ausgabe des Vereinsmagazins „Beißwurm“ schrieb. 😍 Eigentlich habe er „nur“ einen Blogbeitrag über Vals schreiben wollen, wie er erzählt, sei dann aber nicht mehr von Helgas Alm weggekommen: Bis 21 Uhr habe er im steilen Hang des Bergmahd Ocherloch gesenst 😯 – eine Arbeit, die die meisten Valser Bergbauern heutzutage nicht mehr machen, wie es noch ihre Vorfahren getan haben, weil dies viel zu aufwendig und nicht mehr konkurrenzfähig ist.

 

Anders Helga Hager: Sie hat bewusst die Alm und die Bergmähder ihrer Vorfahren wieder aktiviert. 💪 Freiwillige eines Bergwaldprojektes halfen ihr, das Ocherloch, ein uraltes Bergmahd ihrer Familie, von Fichten und Sträuchern zu befreien, damit dieses wieder als Almfläche genutzt werden kann und sie das wertvolle Bergheu im Winter an ihre Ziegen verfüttern kann. Doch ohne weitere Hilfe ging es nicht, das war ihr und Werner Kräutler klar. Ihr Ziel war, das bergbäuerliche Wissen der Vorfahren und deren Tradition zu erhalten und zugleich Hilfe für Helga zu organisieren.

Gründung der Schule der Alm
Werner Kräutler mit Ziege
Vorstandstreffen Schule der Alm

Am Küchentisch in Helga Hagers Elternhaus wurde die Schule der Alm im März 2016 gegründet (links). Mitinitiator und erster Obmann war Werner Kräutler (Mitte). Regelmäßige Vorstandstreffen finden u.a. auf Helgas Alm statt (rechts).

Gründung am Küchentisch

​Im Frühjahr 2016 gründeten sie daher in Vals den Verein „Schule der Alm – Verein zur Erhaltung von Almen und Bergmähdern“ in Vals. Schon im Sommer gab es die ersten jeweils zweitägigen „Einführungskurse in die Arbeitswelt von Alm und Bergmahd“. Insgesamt 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich und Deutschland lernten in vier Kursen, mit der Sense zu mähen, Waale (Bewässerungskanäle) anzulegen, das Heu einzubringen, Schrägezäune zu erstellen, Trockensteinmauern zu bauen und Wildkräuter zu bestimmen. 💪

 

Und nicht nur die Nachfrage der Teilnehmer war groß, sondern auch das Presseecho – bis heute. 📰 Regelmäßig sind wir auch im Radio und im Fernsehen. 🎥

Anfangs überwältigt, aber auch überfordert ... doch Unterstützung naht

Anfangs kümmerte sich der Verein selbst um alles Organisatorische und übernachtet wurde im Sommer 2016 noch auf Helgas Alm – eine ziemliche ordentliche Herausforderung. „Ständig war die Dusche besetzt, das Klo blockiert“, erinnert sich Helga Hager. 😯Unterstützung kam dann im zweiten „Schuljahr“ durch den Tourismusverband Wipptal, der sich seitdem um die Buchungen und um die Unterbringung der Teilnehmer in Gasthöfen und Pensionen kümmert. 👍Fachliche Unterstützung gab es von Anfang an durch Klaus Auffinger und seine Kolleginnen Anna Radtke und Kathrin Herzer 👍von der Schutzgebietsbetreuung Stubaier Alpen–Wipptal.

​​

Neben den Grundkursen gab es anfangs auch Freiwilligeneinsätze zum Bau von Schrägezäunen im Bergmahd Öfen von Helgas Alm und zum Bau von Trockensteinmauern auf der Zeischalm. Auch die Waale im Bergmahd Ocherloch wurden geöffnet. 💪 Fotos davon findet ihr hier.

Die Kontakte und das Netzwerk der Anfangsjahre erwiesen sich im Frühjahr 2019 als ganz besonders wertvoll 💚: Im schneereichen Winter 2018/19 waren im Valsertal viele Lawinen und Muren abgegangen und hatten für große Zerstörungen gesorgt. 🫣 Im Mai 2019 kamen dann zahlreiche Helferinnen und Helfer aus Österreich und Deutschland, um auf der Flittneralm am Talende die gröbsten Schäden zu beseitigen. 💪 

 

Einsätze dieser Größenordnung waren seitdem zum Glück nicht mehr nötig, doch immer wieder startet der Verein Aufrufe, um Bergbauern in Vals oder anderen Seitentälern der Region zu helfen, wie zuletzt beim Schwenden, also dem Herausschneiden von Fichten aus dem Grauerlenwald in Vals im Oktober 2025.​

Flittneralm Vals Lawinenräumen
Schwenden im Grauerlenwald Vals
Jubiläum 10 Jahre Schule der Alm

Immer wieder rufen wir Freiwillige auf, uns zu helfen, wie z.B. im Mai 2019 zum Räumen von Lawinenschäden auf der Flittneralm in Vals (links) oder zum Schwenden im Grauerlenwald von Vals im Oktober 2025 (Mitte). Das Netzwerk und die Unterstützung durch die Schule der Alm gaben Helga Hager die Kraft durchzuhalten, um die Alm ihrer Vorfahren zu erhalten, wie sie auf unserer Jubiläumsfeier im Oktober 2025 betonte (rechts).

Ganz viel Sinn – und sogar ein bisschen Romantik

Mittlerweile finden unter dem Dach der Schule der Alm sechs Kurse: Neben den heute viertägigen Grundkursen sind das die Freiwilligenprojekte zur Alm- und Bergwiesenpflege, die Kräuterkurse, der Schnapskurs, der Bergwaldkurs sowie die Almerlebnistage „Almluft & Ziegenduft“ auf Helgas Alm, die es ebenfalls schon seit 2016 gibt.

Vielleicht fragt ihr euch, wieso Menschen dafür bezahlen, in ihrem Urlaub während unserer Kurse zu arbeiten. 🤔 Tatsächlich hat sich in all den Jahren gezeigt, dass diese Art Urlaub Spuren bei den Teilnehmern hinterlässt und sie zum Nachdenken darüber anregt, was wirklich wichtig ist im Leben. 😇 Bei unseren Grundkursen finden sie bei der (zugegeben anstrengenden, aber zugleich achtsamen) Arbeit im Bergmahd einen Sinn – an der frischen Luft, umgeben von einer grandiosen Landschaft und in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Schon viele Freundschaften sind bei den Kursen entstanden – und 2025 haben sogar zwei ehemalige Grundkursteilnehmer auf Helgas Alm ihre Hochzeit gefeiert. ❤️

Helga Hager betonte denn auch auf unserer Jubiläumsfeier im Oktober 2025, dass sie ohne die Unterstützung durch den Verein wahrscheinlich nicht durchgehalten hätte, die Alm ihrer Vorfahren zu erhalten und die Bergmähder wieder nutzbar zu machen. Dann wären die Flächen weiter zugewachsen, es gäbe keine Artenvielfalt, keine glücklichen Ziegen, keinen Ziegenkäse – und es hätten all die wertvollen Begegnungen nicht stattgefunden. Und das kann einfach niemand wollen, der unsere Kurse einmal erlebt hat! 💚

bottom of page