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Blumenwiese im Valsertal

Die Anfänge unserer Schule der Alm liegen im Valsertal, einem kleinen Paradies, nicht weit weg von Europas meist befahrener Nord-Süd-Transitstrecke, der Brenner-Autobahn. Der Talschluss steht seit 1941 unter Naturschutz und ist heute Natura-2000-Gebiet. Auf den Bergwiesen im Valsertal konnten im Jahr 2024 insgesamt 428 Pflanzenarten nachgewiesen werden, 36 davon stehen auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzenarten, weitere 27 sind in Tirol geschützt. Gerade auf den Bergmähdern ist – obwohl sie künstlich vom Menschen geschaffen wurden – die Artenvielfalt besonders hoch. Doch dieses Paradies ist bedroht.

Geprägt wird das Tal durch seine steilen Südhänge – Bergwiesen, die die Bauern früher noch gemäht haben, weil sie das Heu für ihre Tiere gebraucht haben. Eine anstrengende (und je nach Steilhang auch gefährliche) Arbeit, die viele Bergbauern heute nicht mehr machen wollen und können. Konkurrenzfähig sind sie mit der industriellen Landwirtschaft ohnehin nicht. Also geben viele Bergbauern auf, das Heu wird nicht mehr gebraucht, die Hänge werden nicht mehr gemäht. Almen und Bergwiesen fallen brach.

Die Folge: Die Landschaft verändert sich. Das Gras wächst und bildet im Winter einen „perfekten“ Gleitteppich für Lawinen, die das Tal bedrohen. Langes Gras kann aber auch an der Schneedecke anfrieren und von einer Lawine mitsamt dem Boden ausgerissen werden – dadurch entstehen sog. Plaiken in den Wiesen, also Risse, die durch Starkregen weiter ausgespült werden und Muren auslösen können.

Und noch eine Folge: Wenn sich der Wald die Flächen zurückholt, verschwinden die blütenreichen Bergwiesen und mit ihnen viele Insekten. Ein herber Verlust für die Artenvielfalt.

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Almarbeitinsbesondere das Sensen, ist also Landschaftspflege und sorgt dafür, dass auf den Flächen viele Pflanzen und Insekten leben. Intakte Bergmähder sind der beste Schutz gegen Naturgefahren. Deshalb ist Almarbeit auch heute noch notwendig. Dafür wollen wir mit der Schule der Alm ein Verständnis schaffen und daher wollen wir das Wissen bewahren und weitergeben und zum Erhalt des Kulturerbes Alm und Bergmahd beitragen – und damit auch das Paradies Valsertal erhalten, mit Deiner Unterstützung als Mitglied oder bei einem unserer Kurse!

 

Almen und Bergwiesen zu erhalten, ist also für uns nicht nur ein ästhetisches Anliegen. Natürlich freut sich das Auge an saftigen Almen und blühenden Bergwiesen. Doch gerade im Zusammenhang mit dem Klimawandel sind gepflegte Almen und Bergwiesen einmal mehr überlebenswichtig – und zwar als Oasen für viele Pflanzen und Tiere, die andernorts schon längst verschwunden sind.

Unsere Motivation

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